Spacewallet: Leichter als gesagt

Ein Blitzangebot für knappe 15€ bei Amazon, eine Rückversicherung bei einem guten Bekannten, ob es denn DIE ist, schon war es passiert: Ich habe mir das Spacewallet in der einfachen Version geklickt.

Der erste Kontakt

Beim Öffnen des Umschlags und Blick auf das auf einen bedruckten Karton geklemmten Gummiband mit aufgenähter Tasche war mein erster Gedanke: „Aha, 15€ für das? Okeh.“ Aber die kommenden Tage sollten zeigen, dass es jeden Euro wert war.

Noch im Auto vor der Packstation ließ ich mir es nicht nehmen, mich an die Bestückung meines Neuerwerbs zu machen, auf den Beifahrersitz leerte ich den Inhalt meines Portmonees aus:

  • neun Karten (Personalausweis, Führerschein, Gesundkeitskarte, DHL-Karte, Mitgliedskarte eines großen deutschen Automobilclubs, Kredit- und Debitkarten verschiedener Banken gemäß meinem Leitsatz „Nicht alles auf eine Karte setzen“)
  • drei Geldscheine (Braucht es manchmal.)
  • kein Münzgeld (Das ich bekanntlich noch nie mochte…)
  • ein paar nicht abgeheftete Tankrechnungen (Ups, ja..)
  • Streifenkarte für den ÖPNV
  • ein paar Visitenkarten (Wobei ich da das letzte Jahr keine einzige aus der Geldbörse brauchte und die sowieso alle unansehnlich sind)

Das war der Kassensturz. Ich packe mein Spacewallet und nehme mit: Alle Karten und die Geldscheine. Die Streifenkarte für den Bus wandert erst mal in die Arbeitstasche, in der bereits die Visitenkarten lagern.

Die Erstbestückung des Spacewallets gestaltet sich gar nicht so einfach, wie legt man die Karten aufeinander? Was passiert mit der Hochprägung? Verkratzen sie? Im Eifer des Gefechts legte ich alle Karten aufeinander und wollte sie in den Gummi schieben. Fehlversuch #1. Ich weitete den Gummi etwas mit der Hand und versuchte es noch mal mit allen Karten. Fehlversuch #2. Ich schob die Karten in Dreierpaketen in das Wallet. Erfolg.

Für die Geldscheine sind grundlegende Origamikenntnisse erforderlich, sie müssen viermal gefaltet werden. Dann kann man sie unter die Brücke schieben, die zwischen Kleingeldfach und Karten durch die Nähte entstehen, auch ein 50€-Schein hat da noch Platz.

Mit dem Auto am Zielort angekommen, die Hosentaschen vollgepackt, das Auto abgesperrt, noch schnell den obligatorischen Kontrollgriff um die Taschen durchgeführt: „Oh Schreck, die Geldbörse ist weg!“ Pustekuchen, sie hatte sich nur in meiner tiefen Gesäßtasche verlaufen und ist im Vergleich zum Vorgänger  federleicht. Also lieber doch in die linke Vordertasche zum Autoschlüssel gepackt, sicher ist sicher!

Später am Abend holte mich dann die Wirklichkeit ein, ich hatte für die 3,50€ nur einen 5€-Schein und damit zwei Münzen gewonnen. Diese verschwanden im Kleingeldfach des Spacewallets und diese dann wiederum in der Hosentasche. Zurück am Auto auf der Suche nach dem Schlüssel zog ich dann plötzlich eine einsame Münze aus der Hosentasche, die aus dem Spacewallet gerutscht sein muss. Wir schreiben hier dem Spacewallet einen Minuspunkt.

Die weiteren Tage

Die letzten Tage konnte ich noch weitere, positive Erfahrungen sammeln. So kann ich es mir endlich sparen, beim Outdoorsport aus Gewichtsgründen nur einen Geldschein für den Notfall einzustecken. Jetzt kommt das ganze Wallet mit.

Mit der Zeit lernt man, die am meisten benutzte Karte ganz nach unten – weg von den Geldscheinen – zu packen, um sie schnell rausschieben zu können. In meinem Fall die Girocard der Hausbank. Leider ist deren Magnetstreifen entweder aufgedruckt oder aus sehr weichem Material, denn er hat sich erst mal auf dem Schreibfeld auf der Rückseite des Führerscheins abgedruckt. Etwas unglücklich gelaufen…

Bezahlvorgänge mit Bargeld wie zum Beispiel mittags in Restaurants oder an Imbissen dauern jedoch ohne Übung noch etwas länger, der Geldschein ist zwar schnell gezückt, das Falten und Einschieben des Rückgelds in Form von Münzen und Scheinen brauchen jedoch ihre Zeit. Wieder ein Schritt in Richtung Bargeldentwöhnung.

Fazit

Klein und fein, aber die Zeit seines Lebens trainierte Motorik im Umgang mit einem klassischen Portmonee legt man nicht auf ein paar Tage ab. Ich werde es definitiv weiterbenutzen, schließlich ist die Größe der Geldbörse kein Statussymbol (mehr) und wenn ich alles Notwendige auch auf einem Viertel des Raumes verstauen kann, wieso nicht? Netter Nebeneffekt: Das Spacewallet passt bei mir zuhause genau ans Schlüsselbrett, die Geldbörse hatte im Gang nie wirklich ihren festen Platz.

Wie stehen meine Leser dazu, würdet ihr auf so ein schlankes Modell umsteigen wollen bzw. was hindert euch daran?

Wo kaufen?

Das Spacewallet gibts in einer einfachen Variante für 20€ und mit aufgesetztem Druckknopf-Münzfach für 30€. Beide Links sind Amazon-Partnerlinks um die Kosten, die mir für den Blog entstehen, etwas zu kompensieren.

Spacewallet: Leichter als gesagt
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2 Gedanken zu „Spacewallet: Leichter als gesagt

  • 19. Mai 2017 um 18:07
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    Ich nutze schon eine ganze Zeit das Trove Wallet
    Auch wenn man im Wallet ein paar Münzen unterbringen könnte, habe ich diese immer in der Hosentasche.
    Geldscheine müssen aber auch hier mehrfach gefaltet werden.
    Es ist schon eine gewisse Gewöhnungszeit nötig.

    Trotzdem bin ich begeistert davon und möchte es nicht mehr gegen meinen alten dicken Ledergeldbeutel zurück Tauschen.

    Antworten
  • 21. Mai 2017 um 18:09
    Permalink

    Hatte sowas ähnliches mal. Bin jetzt bei einem
    Modell von Bellroy – ist deutlich alltagstauglicher.

    Antworten

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